INERSIKI

Instrumentenentwicklung zur Erfassung raumbezogener Sicherheitsbelange von Kindern und Jugendlichen
 

Was bedeutet eigentlich ... ? *

Angst

Angst beschreibt in der Psychologie einen als unangenehm erlebten, diffusen Gefühlszustand, der nicht auf einen bestimmten Auslöser, sondern eher auf eine komplexe Gefahrensituation gerichtet ist, in der eine adäquate Reaktion unmöglich erscheint. Angst wird umgangssprachlich häufig synonym mit dem Begriff der Furcht verwendet. Deutlich unterschieden werden kann jedoch, in welchem Maß sich die Bedrohungsursache konkret darstellt: „Furcht gilt als klar auf eine äußere Gefahr hin ausgerichtet. Angst ist unbestimmt.“ (Tunner, 2000, S. 82)


Angstraum

Mit Angstraum wird ein öffentlicher Ort beschrieben, welcher ein subjektives Angstempfinden bei einzelnen Bürgerinnen und Bürgern hervorruft. An diesem Ort haben diese Angst davor Opfer einer Straftat zu werden. Ein Angstraum (typischerweise Parkhäuser oder dunkle Unterführungen etc.) spiegelt nicht die objektive Gefährdungslage wider. Die Angst ist lediglich eine Wahrnehmung und wird individuell unterschiedlich beurteilt.


Furcht

Furcht beschreibt als Konzept der Psychologie die Reaktion auf ein bestimmtes Objekt, einen Reiz oder eine konkrete Situation im Sinne eines Gefühls konkreter Bedrohung. Furcht wird umgangssprachlich häufig synonym mit dem Begriff der ¨Angst verwendet. Deutlich unterschieden werden kann jedoch, in welchem Maß sich die Bedrohungsursache konkret darstellt: „Furcht gilt als klar auf eine äußere Gefahr hin ausgerichtet. Angst ist unbestimmt.“ (Tunner, 2000, S. 82)


(halb) öffentlicher Raum

Als öffentlicher Raum wird die uneingeschränkte Zugänglichkeit von urbanen Platzanlagen (z.B. öffentliche Verkehrsflächen und Parkanlagen) für alle Bürgerinnen und Bürger zum Gemeingebrauch verstanden. Im Gegensatz zum öffentlichem Raum steht der private Raum. Zu einem halböffentlichen Raum haben Bürgerinnen und Bürger einen eingeschränkten Zugang (z.B. Bahnhofsvorplatz, Supermarkt, Tankstelle), diese stehen jedoch teilweise unter Privatbesitz.


Instrumentenkoffer

Ein Instrumentenkoffer beinhaltet einzelne Methoden zur Datenerhebung (quantitativ und/oder qualitativ), welche zusammengetragen werden. Dabei werden nicht nur die Methoden, sondern auch die genaue Zielgruppe (z.B. bestimmt durch das Alter), die benötigten Verfahrensmaterialen und mögliche Untersuchungsräume beschrieben.


Kinder - & Jugendbeteiligung

Die Beteiligung von Kindern und Jugendlichen richtet sich nicht nur auf eine reine politische Partizipation (z.B. Wahlen, Mitarbeit in politischen Organisationen), sondern auch auf das allgemeine Handeln, Planen und Mitentscheiden in allen Lebensbereichen (z.B. Gestaltung von Lebensräumen, Antidiskriminierung). Dabei ist das Ziel, dass alle Belange der Kinder und Jugendlichen als selbstverständlich anerkannt werden, denn in einer demokratischen Gesellschaft sollte für alle Generationen die Möglichkeit bestehen, sich an der Gestaltung der Gesellschaft aktiv beteiligen zu können.


Kriminalitätslage

Die Kriminalitätslage ist ein Teilelement der Sicherheitslage mit der Beschränkung auf die Darstellung strafbarer Handlungen.


Sicherheitsgefühl

Sicherheitsgefühl ist die affektive Komponente der personalen Sicherheitseinstellung, die sich z.B. in Kriminalitätsfurcht oder dem Gefühl von Geschütztsein vor Bedrohung manifestiert. Sie ist das emotionale Ergebnis von Wahrnehmung und Bewertung eines Risikos oder einer Gefahr.


(Un) Sicherheitsempfinden

Der Begriff Sicherheitsempfinden bezeichnet die subjektive Beurteilung der eigenen Sicherheit. Niedriges Sicherheitsempfinden ist gleichzusetzen mit Unsicherheitsempfinden, also dem bewusst wahrgenommen Mangel an Sicherheit. Das Sicherheitsgefühl wird mit dem kriminologischen Begriff der Kriminalitätsfurcht gleich gesetzt, jedoch geht das Sicherheitsempfinden über die Kriminalitätsfurcht hinaus. Bei der subjektiven Sicherheit fließen auch allgemeine Probleme rund um die Sicherheit (z. B. Sorgen um den Arbeitsplatz) mit ein und nicht nur Furcht vor Kriminalität.


Urbanität

Urbanität – ehemals die „städtische Lebensweise“ im Gegensatz zu der ländlichen – bezeichnet die Gesamtheit der Qualitäten, die städtisches Leben ausmachen – insbesondere in Hinblick auf kulturelle und gesellschaftliche Dichte und Einwirkung. Stadt ist nicht per se „urban“. Urbanität wohnt immer auch der emanzipatorische Gedanke der Freiheit aus natürlichen und gesellschaftlichen Zwängen inne – in diesem Sinne kann sie auch Keimzelle neuer Verhaltensweisen und Strukturen sein, die ein Klima des Unbestimmbaren und Anregenden beinhalten. Urbanität ist ein durchaus auch flüchtiges Gefühl eines „pulsierenden Ortes“.


 

* Das Glossar wurde im Rahmen des BMBF geförderten Projektes INERSIKI erstellt, Berlin 2019, unter Rückgriff auf Vorarbeiten des Projektes DynASS - Dynamische Arrangements städtischer Sicherheitskultur, Berlin 2013.